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INTEGRALE STRUKTUR UND PHILOSOPHIE
 



Die integrale Philosophie nach Ken Wilber zeigt die Entwicklung des Bewußtseins
als Stufen und berücksichtigt dabei den Menschen und sein Wirken in der Welt.
Diese Theorie ermöglicht ein einfaches Verstehen komplexer sozio-kultureller
Spannungen und Chancen.

kurzgefaßt die aufeinander bauenden Stufen der Bewußtseinsentwicklung:

1.
archaisch-instinktiv
2.
magisch- animistisch
3.
impulsiv- egozentrisch
4.
konformistisch - ordnend kollektiv
5.
rational- individualistisch
6.
pluralistisch-empfindsam
7.
integrativ
8.
holistisch


Die Sicht des integralen Ansatzes gibt einen Überblick über die
Bewußtseinsstufen in folgenden Bereichen:

4 Quadranten:

Ich - innerlich ( Selbstwahrnung ) - subjektiv, singular
Ich - äußerlich ( Körper ) - objektiv, singular
Wir - innerlich ( Kultur ) - subjektiv, plural
Wir - äußerlich ( Gesellschaft/ gestaltete Umwelt ) -objektiv, plural

Literaturhinweise

Ganzheitlich in diesem Sinne ist also nicht nur die Geist-Seele-Körper Verbindung,
sondern auch das soziale, kulturelle Eingebettetsein sowie Umweltfaktoren wie
gesellschaftliche Institutionen, Politik, Infrastruktur und Ökosystem.


Was bedeutet das ?

Das persönliche Bewußtsein formt und entwickelt sich individuell,
aber nach allgemeinen Entwicklungsgesetzen.
Auf jeder Stufe formen sich wichtige Erkenntnisse und werden in der Lebenswelt
umgesetzt bis sie verinnerlicht und sicher sind, so dass eine Höherentwicklung
zu Werten und Strukturen der nächsten Stufe beginnen kann.
Jede Stufe hat also ganz eigene Ansichten von Selbstwahrnehmung,
Weltverständnis, Kultur und eigenem Wirken in der Welt.

Integrale Ansätze haben Wertschätzung für jede einzelne Stufe und
ihre Leistungen und verknüpfen diese Potentiale miteinander.

Die Stufen sind Vereinfachungen und im genaueren Blick beachtet man
beim Menschen zum Beispiel die Entwicklung in verschiedenen Bereichen:

kognitiv
interpersonell
affektiv
moralisch
spirituell

Ein Mensch kann in seiner Entwicklung in jedem dieser Felder unterschiedlich
weit entwickelt sein.


Beispiel für die Medizin:

Rational/wissenschaftlich :
Auf dieser Entwicklungsstufe lernt der Mensch seine Vernunft einzusetzen,
seinem logischen Schlußfolgern zu vertrauen.
In der Außenprojektion vertraut er dann auf logisch erreichte Ergebnisse
wie zum Beispiel durch wissenschaftliche Methoden erzielte Erkenntnisse.
Die Vernunft dominiert und die Intelligenz nutzt hauptsächlich das
konkrete Denken und deduktive Folgern.
Dabei werden andere Bereiche weniger genutzt bis geleugnet.
Auf dieser Stufe hat sich unsere Kultur philosophisch in der Zeit
der Aufklärung befunden.
Eigenes Prüfen bekam Vorrang vor gesellschaftlich vermittelten Wahrheiten;
die Säkularisierung fand statt in allen Lebensbereichen.
Die Moral dieser Stufe betont das individuelle Denken und bringt den Einzelnen in die Verantwortung.
In der Medizin gehören zu dieser Stufe das Forschen und Erfahrungswissen,
die Entwicklung von Leitlinien zur Therapie etc.

Die Stärken der rationalen Stufe sind:
Überwinden alter Mythen, ethnischer Gruppen,
Nutzen von rationalen Methoden, Detailwissen, Effizienz,
Forschung und Lehre, persönlicher Ehrgeiz und Antrieb
durch Konkurrenz und Wettbewerb,
gesellschaftliche Vereinbarungen basierend auf diesen Werten
und selbstverantwortliches Handeln.

Eine detailliertere Beschreibung der Denk- und Handlungsmuster
der einzelnen Stufen sowie zeitgemäße Inhalte als Beispiel
folgen demnächst.


Die Stufen und Ebenen:

Innerhalb des integralen Modells bezeichnet die Stufe den Bewußtsseinsstand.
Die Stufen bauen notwendig aufeinander auf, keine kann übersprungen werden.
Horizontal bedeutet die Durchdringung des Bewußtseinsstands in den
4 Quadranten.
Vertikal meint die Höherentwicklung anhand der Stufenabfolge.

Die Stufen der 1.Ebene lehnen sich zum Teil gegenseitig stark ab.
Diese Abgrenzung ist manchmal klärend und hilfreich
und manchmal dogmenbelastet störend.

Die 2. Ebene beginnt mit der integralen Stufe und bedeutet den Sprung
in eine höhere Sicht.
Die Stufen der ersten Ebene entwickeln persönlich bis hin zur
geistigen Autonomie des Einzelnen.
Von da an kann Transzendenz das Ich wandeln und
das Eigeninteresse wird überwunden.
Eine globale Sicht ermöglicht ein intuitives und flüssigeres
Verstehen komplexer Abläufe und klare ( neue ) Werte
helfen bei Entscheidungen.
Dieser Sprung setzt eine stabile innere Struktur voraus,
geistige Freiheit sowie Innenschau.
Das Wirken des Menschen geschieht aus einer größeren Perspektive
heraus und ist flexibel; Kompetenz hat Vorrang vor Status oder Macht.
Die Ziele wandeln sich von persönlichen Vorteilen und
persönlicher Entwicklung zur Weiterentwicklung gemeinschaftlicher Ziele.



magisch - animistisch - purpur